Vermittlung Magazin

WIEN MODERN III

PHACE | contemporary music

Das Ensemble PHACE | contemporary music brachte am Dienstag Abend unter dem Dirigenten Simeon Pironkoff einige sehr innovative und unkonventionelle Stücke zur Aufführung.

 

Begonnen wurde der Abend mit Gerald Reschs Ein Garten. Pfade, die sich verzweigen, bei dem vor allem im Soloinstrument, der Viola, die Ver(w)irrung strukturell sehr gut auszumachen war.

Die Interpretation selbst war alles andere als verwirrt, sondern im Gegenteil sehr präzise: Als ZuhörerIn konnte man dem Geschehen gut folgen, sich durchaus sicher fühlen und musste sich nicht davor fürchten, womöglich nie ans Ziel zu gelanngen.

 

Mit Gérard Pessons Stück Mes béatitudes kam ein Werk zur Aufführung, das sehr zerrüttet erschien. Hier konnte man schon eher das Gefühl haben, sich eventuell zu verirren oder das Ganze aus dem Blick zu verlieren. Das Ensemble hingegen schien sich bestens auszukennen – Respekt!

 

Das letzte Stück vor der Pause war eine Uraufführung: Arturo Fuentes Superfluidity II für Gitarre solo und kleines Ensemble. Im Programmbuch von Wien Modern erklärt er, dass er „eine Klangfarbenfluidität zwischen Gitarre und Ensemble erreichen [möchte], die den Klangraum so ‚erweitert’, als gäbe es andere, neue ‚Tiefen’, die von der Oberfläche aus wahrnehmbar sind.“ Auch hier ging es also um Verwirrung im weitesten Sinne, auch hier ging das Ensemble aber keineswegs verloren.

 

Nach der Pause wurde das Konzert mit Rebecca Saunders’ Dichroic seventeen fortgesetzt, mit einer interessanten Mischung an Instrumenten (Akkordeon, Klavier, E-Gitarre, zwei Schlagzeuge, Cello, zwei Kontrabässe), die ein doch sehr innovatives Hörerlebnis ermöglichten.

 

Mit Scena von Jonathan Harvey wurde der Abend höchst

dramatisch beschlossen: Die Violine als Soloinstrument durchschritt im Laufe des Stückes verschiedene Ereignisse, die eindrucksvoll komponiert und von der Solistin bestens umgesetzt wurden – ein akustischer Eindruck, der davon abhielt, müde aus dem Konzert zu gehen, obwohl es doch über zwei Stunden gedauert hatte.

 

Gratulation dem Ensemble und dem Dirigenten für den gelungenen Abend!

 

Sabine Töfferl